Dominique Aegerter wurde die beiden letzten Jahre Weltmeister in der Supersportklasse und ist somit einer der erfolgreichsten aktiven schweizer Motorradrennfahrer. Für die laufende Saison ist er nun in die Superbikelasse aufgestiegen, dies ist die höchste Klasse der seriennahen Motorräder. Nun befindet er sich gerade in der Sommerpause und ich durfte ihm ein paar Fragen zur ersten Saisonhälfte seiner Rookiesaison stellen. Viel Spass!
Wie ist für dich und dein Team GYTR GRT Yamaha Team der erste Teil der Saison verlaufen?
Der erste Teil der Saison ist soweit gut gelaufen. Wir konnten gute Resultate erreichen, mit 4.(Katalonien, Spanien) und 5. Platz (Assen, Holland), zweimal in der vordersten Startreihe (Katalonien, Spanien und Philip Island, Australien) starten. Wir sind momentan auf dem neunten Platz. Die letzten zwei, drei Rennen sind nicht ganz wunschgemäss verlaufen, aber ich glaube im Grossen und Ganzen kann ich mit meiner Rookiesaison ganz zufrieden sein.
Wie war es, als du das erste Mal dem sechsfachen Weltmeister Rea um die Ohren gefahren bist?
Als ich Jonathan Rea das erste Mal um die Ohren fahren konnte, war es ein cooles Gefühl. In Australien beim ersten Rennen wo ich als dritter startete, konnte ich mit ihm fighten und ihn in der letzten Runde überholen, das war klar ein cooles Gefühl. Aber es ging damals um den 8. Platz und ich möchte gerne mit ihm um Podestplätze kämpfen. Ich hoffe, ich kann bald auch so weit vorne sein wie er gerade.
Wie war für dich der Umstieg von der Yamaha R6 auf die Yamaha R1?
Für mich war der Umstieg riesengross, alle Saisons davor war ich auf kleineren Motorrädern (125er oder 600er) unterwegs. Nun mit einer 1000 mit fast 220 Ps und 320-330 Topspeed auf den Geraden, das ist was ganz anderes, als was ich bis anhin gefahren bin. Die ganze Elektronik ist eine riesen Geschichte für sich, man muss viel daran arbeiten. Es ist nicht nur noch die Einstellung vom Fahrwerk, jetzt muss auch die Elektronik zum Motorrad passen.
Wo ist für dich als Fahrer der grösste Unterschied zwischen der Supersport und der Superbikeklasse?
Der grösste Unterschied ist die Leistung und die Elektronik.
Die Bilder hat Geebee Images für das GYTR GRT Yamaha Team geschossen.
Wie ist es mit Remy Gardner, der vorher in der MotoGP auf einer KTM fuhr, in einem Team zu sein?
Dass Remy Gardner, der MotoGP Fahrer und 2021 Moto2 Weltmeister, nun mein Teamkollege ist, ist eine coole Sache. Gardner ist natürlich ein Begriff (Remy's Vater Wayne Gardner fuhr 500er Rennmaschinen und wurde einmal Weltmeister). Die letzten Rennen war er gleich schnell oder schneller, die ersten paar Rennen hatte ich ihn super im Griff. Wir können Daten vergleichen und pushen uns gegenseitig im Team, das funktioniert gut.
Was nervt dich am meisten an deinem Beruf?
Das ist eine schwierige Frage. Ja, wenn ich nicht gute Resultate fahre, dann nervt mich das sicher. Ich konnte jedoch mein Hobby zum Beruf machen und das ist sicher etwas, was nicht jeder Sportler machen kann. Von dem her bin ich eigentlich zufrieden, aber es gibt sicher Sachen, an welchen ich arbeiten muss.
Wie viele Lederkombis hast du pro Saison zur Verfügung?
Ich habe vier Ledercombis zur Verfügung pro Saison. Ich hatte fünf Stürze dieses Jahr zwei Mal abgeschossen und drei Mal selber umgefallen. Die Combis werden dann geflickt, wenn man sie flicken kann und danach sind die wieder wie neu.
Wie sieht deine Sommerpause aus?
Meine Sommerpause hat gerade begonnen, wir haben das nächste Rennen erst in vier Wochen in Manycourt, am 10. September. Ich hatte geplant ein wenig Motocross mitzufahren, ein wenig Gokartrennen und natürlich viel sonst trainieren mit Joggen, Fahrradfahren und Fitness. Ich hoffe, es bleiben dann noch zwei-drei Tage, wo ich irgendwo Pause machen kann.
Was ist dein Ziel für die zweite Saisonhälfte?
Mein Ziel ist es, dass ich immer wieder in die Top 10 Platzierungen fahren kann. Das Saisonziel ist nach wie vor, einen Podiumsplatz zu holen. Ich möchte Erfahrungen sammeln und einen guten Vertrag haben für nächstes Jahr.
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