Luki ist nicht gleich Luki

Auf meinen Fotos oder auch in meinen Instastorys ist immer wieder eines der schönsten Geburtstagsgeschenke zu sehen, das Schild von Luki Motos. Da ich mich nicht mit fremden Federn schmücken will, es geht bei diesem Schild nicht um mich, sondern um einen anderen Luki, wer er war lest ihr hier.

Luki war der Motorradmechaniker unserer Region, dem Laufental. Er reparierte schon die Motorräder unserer Väter. Als ich mit 18 Jahren mit meiner Yamaha XT 600e begann Motorrad zu fahren, landete ich früher oder später in der Werksatt von Luki. Es war ein chaotisch sympathischer erster Anblick. An der Eingangstür hing die Liste der Schuldnern. In der Werkstatt links standen zwei Motorradhebebühnen, dazwischen gab es Werkzeugwände. Hinter den Hebebühnen stand eine alte Drehbank. Ganz hinten im Raum waren die Reifenmontiermaschinen. Die rechte Seite war aber gerade so interessant, denn da standen meist irgendwelche Oldtimer von Kunden. Luki wirkte anfangs leicht grimmig, hatte aber meistens Zeit und noch öfters eine Lösung zur Hand. Seine Kundenkartei funktionierte noch auf DOS. Man kann darüber lachen, aber als ich das erste Mal da war, fragte er mich" Hat der Vater die Tenere noch?". Die Tenere wurde für eine Markise verkauft, als ich etwa 2 Jahre alt war.

Wenn man plante bei Luki in der Werkstatt vorbeizugehen, durfte man nicht im Stress sein. Denn nicht nur durch seine Kundenkartei wusste er viel, er hatte auch ein gutes Gedächtnis. So konnte er immer etwas erzählen, egal mit welchem Motorrad man kam. Sicherlich lag das auch an meinen älteren Japanern.

Ich war mit jedem Motorrad bei ihm, es gab immer eine Lösung, egal mit welcher Schönheit ich auftauchte. Einmal landete ein Kollege von mir mit meiner Yamaha XT 600 neben der Strasse, zwischen Büschen, im Wald. Danach liess sie sich nicht mehr so schön lenken. Luki nahm das Motorrad, fuhr einmal die Strasse hoch und wieder runter, bis zu einer Kandellaber. An deren Betonpfeiler, schlug er ein, zwei, dreimal das Vorderrad. Er drückte mir das Motorrad wieder in die Hände und meinte" Söt guät si"(es sollte nun wieder ok sein). Ich fragte ihn was es denn koste und er antwortete "10000 Frankä" (10000 Franken)und verschwand wieder in der Werkstatt.

Als ich während Corona meine XT für die MFK fertig machen wollte, hatte er leider keine Zeit. Er stellte mir aber die eine Hebebühne, das Werkzeug und vor allem sein Wissen zur Verfügung. So arbeitete ich für zwei Wochen jeden Nachmittag an meiner Yamaha XT 600, Luki zeigte mir dabei, wie ich die XT bereit machen und aufhübschen kann. Das war die tollste Schrauberzeit, soviel Schrauber und Motorradgeschichten konnte ich gar nicht merken. Sie fiel bedauerlicherweise bei der ersten Prüfung durch, weil ich die Ölschraube nicht richtig angezogen hatte. "Das passiert den Besten", meinte Luki. Beim zweiten Anlauf kam ich dann ohne Probleme durch.

Vor circa einem Jahr schloss Luki seine Werkstatt für immer. Jedes Mal, wenn ich bei seiner geschlossenen Werkstatt vorbeifuhr, sah ich das Schild an der Hauptstrasse stehen. Ich dachte darüber nach ihn anzurufen, ob er das Schild noch brauche, denn auch ich heisse Luki und liebe Motos. Anscheinend dachte ich auch laut darüber nach. Irgendwann vergass ich jedoch diesen Gedanken. Bis zu meinem 30. Geburtstag, ja den hab ich auch schon hiter mir. Die Frau meines Cousins kam rein und meinte, ich soll mal raus kommen. Draussen konnte ich meinen Augen nicht trauen, inmitten meiner Freunde stand das Schild von Luki Motos, ei hatte ich eine Freude. Noch heute muss ich grinsen, wenn ich daran denke, dass das Schild von Luki bei mir in der Garage steht. Danke an alle Freunde, Familienmitgleider und liebe Menschen die das möglich gemacht hatten, dankä vielmol!!
Und Luki falls du das hier liest oder davon mitbekommst, dein Schild ist in guten Händen, ich hege und pflege es!!

Fals auch du eine Geschichte aus der Garage von Luki Motos hast, schreib sie doch in die Kommentare, ich bin mir sicher da gibt es noch viele schöne Geschichten!




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