Als Luki am 3. September zur Hard Alpi Tour aufbrach, machte ich mich mit meiner Rennstrecken Crew „Zügli Racing” ebenfalls auf den Weg nach Italien. Unser Ziel war der Tazio Nuvolari Circuit. Bella Italia, schönes Wetter, schnelle Motorräder.
Am Donnerstagabend schrieben wir uns ein und bereiteten alles vor. Da es bei dieser Rennstrecke keine Dezibelbegrenzung gab, konnte ich endlich einmal mit dem kleinen Sportendtopf für meine Mille fahren. Bei der Montage fiel mir auf, wie schwer der Originaltopf ist. Das geringere Gewicht freute mich, aber als ich meine Aprilia startete, war ich schockiert. Wie monströs eine alte Tausender V2 mit offenem Auspuff klingt, ist der absolute Wahnsinn. Lautstärken und Soundtechnisch konnte die V4 der Nachbarbox auf alle Fälle nicht mithalten. Ich freute mich schon auf die erste Fahrt am Freitag.
Weniger erfreulich war die Box. Für 220 Euro pro Tag war sie spärlich eingerichtet. Man konnte die Sachen nirgends aufhängen und die Box war eher schmal. Es gab zwar ein WC, das musste aber mit den Nachbarn geteilt werden. Das Preis Leistungs Verhältnis war also nicht gut.
Nach der ersten Fahrt am Freitagmorgen waren alle etwas erstaunt: Die Strecke wurde im Winter 2023/2024 saniert und ausgebaut. Allerdings war der Belag für eine Rennstrecke sehr holprig und die Übergänge zwischen altem und neuem Teil nicht gut geteert. Mit mehr Runden gewöhnt man sich aber daran und weiss, wo die Bodenwellen sind.
Das Highlight vom Freitag, wie sich später herausstellte, sogar vom ganzen Wochenende, war das 2 Stunden Endurance Rennen am Abend. Man fuhr im 2er Team mit dem eigenen Motorrad. Joel und ich haben uns mit meiner Bestzeit für Startplatz 31 qualifiziert, also als Letzte. Joel machte den Start, wie bei Le Mans, also den Start mit dem Motorrad und fuhr los. Er fuhr gute 30 Minuten durch, dann war ich an der Reihe. Es war 36 Grad warm und die Strecke war eng, das heisst, man schwitzte ordentlich und es war anstrengend. Wir sind beide zweimal gefahren und litten in den Pausen vor Anstrengung. Das Ganze hat sich aber gelohnt, wir konnten auf Platz 14 abschliessen, was uns riesig freute. Für mich war es das coolste Rennstrecken Erlebnis bisher. Mir macht es Spass, wenn Ausdauer gefragt ist und man wirklich ein wenig kämpfen muss, um länger fahren zu können und durchzuziehen. Das Gefühl nach dem Rennen war unbeschreiblich. Tommy und Janick fuhren als zweites Team von uns und konnten noch weiter vorne abschliessen. Wir hatten ein bisschen was zu feiern. 😉
Am Samstag fand ein Sprintrennen mit Massenstart statt. Ich war etwas nervös, denn so etwas hatte ich noch nie gemacht. Allerdings war das Ganze gar nicht so wild, da die Fahrer nach ihren Qualifikationszeiten aufgestellt wurden. Das hat natürlich geholfen, dass es kein grosses Gedränge gab.
Ich hatte etwas Probleme mit meinem Pneu. Ich denke, für den Metzeler TD Slick war es einfach zu warm, und ich muss mein Fahrwerk besser einstellen. Ich hatte richtig viel Reifenabrieb und konnte das Problem mit weniger oder mehr Luft nicht beheben. Zum Glück konnte ich einen gebrauchten Conti Slick aufziehen, mit dem ich weniger Probleme hatte. Danke Tommy an dieser Stelle.
Am Sonntag fanden noch einige Rennen statt, für die wir uns in verschiedenen Klassen qualifiziert hatten. Ich war in der Qualifikation für die Kategorie „Best of the Rest 2” zu schnell, also musste ich bei „Best of the Rest 1” mitfahren. Das war ein Nachteil für mich, da ich für diese Gruppe eher langsam war. Aber unter dem Strich war es egal, denn es hat Spass gemacht. Tommy konnte den 600 Kubik Cup fahren und auch gewinnen. Das war wirklich eine starke Leistung.
Nach ein paar spassigen Turns am Nachmittag mussten wir leider schon wieder zusammenräumen. Wie wir später herausfanden, fand genau an diesem Sonntag noch ein Formel 1 Rennen in Monza statt. Da alle Schweizer Fans übers Tessin zurückfuhren, bedeutete das leider sehr viel Stau und eine sehr mühsame und lange Heimreise. Nichtsdestotrotz war das Wochenende unschlagbar und spassig. Auf das nächste Mal!
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